Haar-Lexikon
Auf dieser
Seite finden Sie eine Erklärung für viele Fachbegriffe rund um das Thema
"Haare". Über das alphabetische Indexverzeichnis der Anfangsbuchstaben
haben Sie die Möglichkeit, bequem nach bestimmten Begriffen zu suchen.
A
B C
D E
F G
H I J
K L
M N
O P
Q R
S T
U V
W X
Y Z
H
Haar:
Biologisch gesehen sind Haare lange Hornfäden, die an der Hautoberfläche
herauswachsen und in Einstülpungen der Oberhaut gebettet sind, d.h.
jedes Haar steckt in einer Art "taschenförmigen Röhre", dem Haarfollikel
( )
. Der Haarschaft ist dabei der Haarteil, der aus der Haut hervorragt,
während die Haarwurzel in der haut steckt. Am unteren Ende des Haares,
im Haarfollikel, liegt die Haarpapille ( )
. Dort finden sich feinste Blutgefäße (Kapillaren), die die Versorgung
der Wachstumszone, der Haarmatrix ( )
sicherstellen. Das Haar besteht im wesentlichen aus drei Bauelementen:
der Schuppenschicht/ Cuticula
( ),
dem Faserstamm/ Cortex ( )
und dem Mark/ Medulla ( ).
Zum detaillierten Aufbau des Haares s. folgende Abbildung.
| Haarschaft
Schuppenschicht
Faserschicht
Markschicht
Talgdrüse
Haarbalgmuskel
Nerv
Blutgefäße
Bindegewebiger Haarbalg
Haarpapille
Fettzellen
Blutgefäße
|
 |
|
Je nach Lebensalter unterscheidet
man drei Typen von Haaren: in der Fetalzeit das Wollhaar/ Lanugohaar
( ),
in der Kindheit das Flaumhaar oder "Intermediär-Haar"/ Vellushaar ( )
und in der Reife schließlich das Terminalhaar ( ).
Das Wachstum der Haare verläuft
zyklisch. Je nach Stadium des Haarzyklusses
( )
unterscheidet man Anagen- ( )
, Katagen- ( )
und Telogenhaare ( )
.
Haaranomalie:
Veränderung des Haarschafts bzw. Haarstrukturschädigungen;
dazu zählen
1. Torsionshaare (Pili torti) ( )
2. Ringelhaare (Pili anulati) ( )
3. Spindelhaar (Monilethrix) ( )
4. Pinselhaar (Trichorrhexis nodosa) ( )
5. Bambushaar (Trichorrhexis invaginata) ( )
Haarauffüllung:
Einarbeitung von Haarsträhnen in das Eigenhaar mit Hilfe von unterschiedlichen
Verfahren (z.B. Hülsen), um so dem eigenen Haar mehr Fülle
und Dichte zu geben
Haarausfall:
oder auch Effluvium ( )
kann im wesentlichen auf zwei Wegen zustande kommen: durch eine verstärkte
physiologische Haarmauserung ( )
oder durch Schädigungen der Haarmatrix ( )
. Solche Schädigungen können vorübergehend oder permanent sein. Daneben
gibt es aber auch noch weitere Ursachen.
Haarbalg:
s. Haarfollikel ( )
Haarersatz:
Geht das eigene Haar aus, so kann dieses durch unterschiedliche Alternativen
ersetzt werden. Dazu zählen Haarträger wie Perücke und Toupet, die Haartransplantation
( ),
die Haarimplantation ( ),
das Haarweaving ( )
und die Haarauffüllung ( ).
Haarfarbe:
Die natürliche Farbe des Haares ist genetisch programmiert. In der Keimzone
der Haarpapille ( )
wandert der dort produzierte Farbstoff Melanin ( )
beim Wachstum in die Rindenschicht, wo sich aufgrund der Pigmentmischung
( )
die eigentliche Farbe erst nach einigen Tagen entwickelt.
Haarfollikel:
Bezeichnet eine Art "taschenförmige Röhre", in welcher das einzelne
Haar steck.t. Auf einem Quadratzentimeter Kopfhaut finden sich dabei
etwa 150 davon. Die Follikel stehen etwas schräg und bestimmen somit
auch den Fall der Haare und die Wirbel ( )
auf dem Kopf.
Haarimplantation:
Hierbei werden Kunstfasern aus Polyetheramid mit einer Implantationsnadel
in die Kopfhaut eingesetzt. Das sterile Kunsthaar sollte allein durch
eine Schlinge, die beim Einstechen in die Kopfhaut hergestellt wird,
halten. In der Regel fallen jedoch nach Expertenmeinung 10 - 15 % der
künstlichen Fasern pro Jahr wieder aus. Bei schlechter Pflege kann die
Verlustquote auch auf 20 - 30 % ansteigen. Wenn der Kopf wieder kahler
wird, bedarf es einer Nachpflanzung, wobei durchschnittlich ein Stückpreis
von 5 - 6 DM verlangt wird. Zudem muß das Kunsthaar regelmäßig im Behandlungsinstitut
von Talg befreit werden, so daß die zusätzlichen Unterhaltungskosten
sehr hoch sind. Ein weiteres Problem besteht in der Gefahr von Entzündungen,
die ein nachhaltiges Abstoßen der Implantation bewirken können. In den
U.S.A sind Haarimplantationen heute generell verboten.
Haarlosigkeit:
Alopezie ( )
Haarmatrix:
oder Generationszone ist das eigentliche Wuchszentrum des Haares , das
am unteren Ende des Follikels ( )
sitzt. Dort vermehren sich die an der Haarbildung beteiligten Zellen.
Diese Zellen besitzen von allen Körperzellen das schnellste Wachstumsvermögen
und liefern den Nachschub für die Bildung des Haares.
Haarmauserung:
Natürlicher Haarausfall der Telogenhaare ( )
Haarmykose:
Pilzbefall des Haares
Haarpapille:
s. Papille ( )
Haarschaft:
Der aus der Haut hervorragende Teil des Haares
Haartransplantation:
Durch eine Haartransplantation wird keine Haarvermehrung bewirkt, sondern
das eigene, vorhandene Haar (z.B. ein Haarkranz) umverteilt, d.h. Hautflächen
mitsamt den Haarwurzeln verpflanzt. Die bekanntesten Methoden sind dabei
die Okuda-Orenteich-Methode/ Hautinselmethode ( )
und die Hautlappenmethode
( ).
Eine Haartransplantation ist sehr aufwendig und setzt bei Operateur
viel Erfahrung voraus. Ist nur noch ein kleiner Haarkranz vorhanden,
so kann mit Teilen davon keine große Glatze beseitigen.
Haarweaving:
Hairweaving ( )
Haarweben:
Hairweaving ( )
Haarwurzel:
Teil des Haares, der in der Haut steckt
Haarzwiebel:
unterster, oft verdickter Teil der Haarwurzel, der die Haarpapille ( )
umschließt
Haarzyklus/
Haarwachstumszyklus:
Das Wachstum des Haares verläuft nicht stetig (wie z.B. bei Nägeln),
sondern vielmehr in Zyklen, d.h. im Laufe des Lebens wird das Haar ständig
erneuert. Dabei werden drei Phasen unterschieden, die sich immer wieder
wiederholen: die Wachstumsphase, die Übergangsphase und die Ruhephase.
Die Wachstumsphase (Anagen)
zeichnet sich durch eine hohe Stoffwechselaktivität der Haarmatrix ( )
aus, wobei das Haar wächst. Das einzelne Haar entsteht dabei in dem
Haarfollikel ( )
an der Papille ( )
. Sich ständig neu bildende Zellen werden nach außen, in Richtung Oberhaut
geschoben. Dabei nehmen sie eine längliche Form an und bilden einen
haltbaren Verbund, da sie allmählich verhornen. Bei diesen noch lebendigen
und weichen Zellen handelt es sich um Protein ( )
bzw. "Präkeratin". Etwa fünf bis sieben Jahre wächst nun ein Haar und
eine ständige Zellteilung im Bereich der Wurzel sorgt für kontinuierlichen
Nachschub.
Bis auf einmal die äußere
Wurzelscheide sich in ihrem unteren Teil schließt. Ohne Versorgung durch
in der Wurzel produzierten Zellen schiebt sich das Haar nun langsam
nach oben. In dieser sog. Übergangsphase (Katagen) ist bereits jeglicher
Stoffwechsel der Haarmatrix erloschen und das sich auftreibende Haar
rückt langsam höher. Die Übergangsphase dauert 3 bis 4 Wochen und geht
dann in die nächste Phase über.
In der Ruhephase (Telogen)
rührt sich im Wurzelbereich bereits neues Leben, so dass die Bezeichnung
"Ruhephase" eigentlich nicht korrekt ist. Die Matrixzellen beginnen
ein neues Haar zu produzieren, das sich langsam im Haarfollikel nach
oben arbeitet. Das noch nicht ausgefallene Haar (auch Kolbenhaar genannt)
"ruht", bis es schließlich von dem nachfolgenden neuen Haar aus dem
Follikel
( )
heraus geschoben wird, d.h. ein neues Anagenhaar stößt das telogene
Haar aus. (siehe auch Skizze). Da Telogenhaare spontan ausfallen, ergibt
sich zu diesem Zeitpunkt ein natürlicher Haarausfall, die sog. Haarmauserung
( )
bzw. das Telogeneffluvium ( )
.
 |
 |
 |
| Wachstumsphase |
Übergangsphase |
Ruhephase |
Hairweaving:
Haarersatz - hierbei wird die haarlose Fläche mit einem netzartigen
Gewebe überspannt, das am eigene Haarkranz befestigt ist. Dort werden
echte Menschenhaare oder Kunsthaare eingewebt. Die Haarauffüllung ( )
kann als verfeinertes Verfahren interpretiert werden, da die Haare direkt
mit dem Resthaar verbunden werden.
Haut:
Die Haut ist an jeder Stelle des Körpers unterschiedlich. Sie passt
sich den, im jeweiligen Körperbereich gestellten Aufgaben an und ist
so an den Handinnenflächen anders als z.B. im Nacken. In jedem Fall
setzt sich die Haut aber aus mehreren Schichten zusammen, wobei Zellen
von innen nach außen wandern, bis sie schließlich als verhornte, leblose
Plättchen abschuppen. Die Haut setzt sich aus drei Schichten zusammen
: der Oberhaut/ Epidermis ( )
, der Lederhaut/ Corium ( )
und dem Unterhautfettgewebe/ Subcutis ( )
.
Oberhaut
(Epidermis)
Talgdrüse
Lederhaut
(Corium)
Unterhautfettgewebe
(Subcutis)
|
 |
|
Hautinselmethode:
Diese Methode der Haartransplantation ( )
wurde 1939 von dem Japaner Shoji Okuda zum ersten Mal beschrieben und
1959 von dem Amerikaner Norman Orentreich zur Marktreife gebracht. Dabei
werden mittels einer Stanze kreisrunde haartragende Teile von der Kopfhaut
entfernt und dort auf dem Kopf des Spenders wieder eingesetzt, wo sich
der Haarschopf bereits gelichtet hat.
Hautlappenmethode:
Bei dieser Methode der Haartransplantation ( )
werden - im Gegensatz zur Hautinselmethode ( )
- nicht nur kleine Hautinseln, sondern größere Hautlappen von der Kopfhaut
entfernt und dort auf dem Kopf des Spenders wieder eingesetzt, wo sich
der Haarschopf bereits gelichtet hat. Dies bietet den Vorteil, daß sich
viele Haare auf einmal verpflanzen lassen, allerdings auch den Nachteil,
daß das Ergebnis häufig als ästhetisch unbefriedigend empfunden wird,
da die Wuchsrichtung der transplantierten Haare umgekehrt sein kann.
Heut wird die hautlappenmethode nur noch selten angewandt.
Holokrine
Drüse:
s. Talgdrüse ( )
Hypotrichose/
Hypotrichosis:
bezeichnet eine angeborene totale Haarlosigkeit
Quellen:
1. Das Haar - seine Struktur,
seine Pflege
von Dieter Hoch und Manfred Schmock
Herausgeber: Wella AG, 1987
2. Haupt-Sache Haar: Ein
Ratgeber für Männer und Frauen
von Reinhold Rühl
Falken TaschenBuch Verlag, 1995
3. Lexikon der Biologie
von Prof. Dr. sc. Herwart Ambrosius et al.
Weltbildverlag GmbH, Augsburg 1987
4. Lehrbuch der Hautkrankheiten
und venerischen Infektionen
für Studierende und Ärzte
von Th. Nasemann und W. Sauerbrey
Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York, 1981
5. Dermatologie und Venerologie
- Lehrbuch und Atlas
von Peter Fritsch
Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York
6. Dermatologie
Herausgeber: Ernst G. Jung
Hippokrates Verlag Stuttgart
A
B C
D E
F G
H I J
K L
M N
O P
Q R
S T
U V
W X
Y Z
Info-Forum
Homepage
peruecke.de by
Haarstudio Joachim Weis
Seckenheimer Straße 30
68165 Mannheim
Telefon 0621 - 44 47 09
Kontakt
|