Haar-Lexikon
Auf dieser Seite finden Sie
eine Erklärung für viele Fachbegriffe rund um das Thema "Haare". Über
das alfabetische Indexverzeichnis der Anfangsbuchstaben haben Sie die
Möglichkeit, bequem nach bestimmten Begriffen zu suchen.
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Talgdrüsen:
Die Talgdrüsen gehören zu den holokrinen Drüsen. Sie liegen als Einstülpung
in der Epidermis ( )
und treten vorrangig als Anhangsgebilde des Haarfollikels (Haarbalgs)
( )
auf. Dort sind sie meist paarweise angeordnet oder sie umgeben den Haarbalg
kranzförmig. An jedem Haar sitzen oft vier bis acht Talgdrüsen, so dass
die Kopfhaut ein besonders starkes "Ballungsgebiet" von derartigen Drüsen
darstellt. Hier wird von etwa 125.000 Talgdrüsen am Tag durchschnittlich
1 Gramm Sebum/ Haartalg ( )
produziert, indem sie Ihre eigenen Zellen als Sekret (Sebum) abstoßen.
Ihre Aktivität wird maßgeblich durch Hormone gesteuert: Androgene (männliche
Hormone), insbesondere Testosteron, bewirken eine verstärkte Talgsekretion.
Östrogene (weibliche Hormone) und Antiandrogene (wie z.B. die Pille)
wirken dagegen eher hemmend. Eine Überproduktion der Talgdrüsen wird
als Seborrhoe ( )
bezeichnet.
Telogene
Phase:
Die Ruhephase des Haarzyklus ( )
, in welcher das Kolbenhaar ausgebildet wird.
Telogeneffluvium:
bezeichnet die natürliche Haarmauserung ( )
und ist zugleich der häufigste Typ des Haarausfalls.
Telogenhaar:
Haar in der Ruhephase des Haarzyklus ( )
.
Terminalhaar
Haar ( )
in der Reifephase des Menschen, das im Gegensatz zum Flaumhaar dicker
und kräftiger ist und auch Farbstoffe (Pigmente) enthält. Terminalhaar
kann in der Länge stark variieren.
Torsionshaar
Pili torti ( )
Traktationsalopezie
Zugalopezie ( )
Transplantation
Haartransplantation ( )
Trichogramm:
Ist das Ergebnis der Analyse der Zyklusphasen des Haares einer Person.
Zur Erstellung eines Trichogrammes bedarf es eines Büschels von 50 bis
70 Haaren, das durch den raschen Zug mit einer Haarklemme (einem sog.
gummibewehrten Nadelhalter) entfernt wird. Das ausgerissene Haar wird
anschließend unter einem Mikroskop betrachtet und die drei vorliegenden
"Haartypen" bzw. Wurzelstadien Anagenhaar (Haar in der Wachtumsphase
), Katagenhaar (Haar in der Übergangsphase ) und Telogenhaar (Haar
in der Ruhephase ) analysiert. Normalerweise befinden sich 85 % der
rund 100.000 Kopfhaare in der Wachstumsphase, 0,5 - 1 % in der Übergangsphase
und der Rest in der Ruhephase (Normalwerte eines Trichogramms s. Tabelle).
Jede Verschiebung der Normalwerte läßt Rückschlüsse auf Störungen des
Haarwuchses zu. Werden z.B. deutlich mehr als 15% Telogenhaare, d.h.
Ruhehaare gezählt, dann kann dies ein Hinweis auf krankhafte oder erblich
bedingte Ursachen des Haarausfalls sein. Weitere Aussagen bringt ein
erneutes Trichogramm nach etwa 6 Wochen. Ist dann die Rate der Ruhehaare
unverändert hoch, so kann man von dem Effluvium ( )
, dem vermehrten Haarausfall sprechen. Wenn bereits schüttere Stellen
zu sehen sind, spricht der Mediziner von der Alopezie ( )
, dem Zustand der Haarlosigkeit.
Trichorrhexis
invaginata:
Haaranomalie ( )
wobei in regelmäßigen Abständen am Haarschaft Verdickungen auftreten,
so daß das Haar an eine Bambusstange erinnert und man daher auch von
Bambushaaren ( )
spricht.
Trichorrhexis
nodosa:
Die am häufigsten auftretende Haaranomalie ( ),
bei der es zu einer pinselartigen Auffaserung in Längsrichtung des Haares
kommt, die schließlich zum Bruch des Haares führt. Einen solchen Strukturfehler
des Haarkeratins ( )
können verschiedenartige Prozesse - sowohl angeborene als auch erworbene
- bewirken.
Trichotemnomanie:
Zwanghafte psychische Störung, wobei sich Personen zwanghaft Haare abschneiden
Trichotillomanie:
Zwanghafte psychische Störung, wobei sich Personen zwanghaft Haare ausrupfen
Quellen:
1. Das Haar - seine Struktur,
seine Pflege
von Dieter Hoch und Manfred Schmock
Herausgeber: Wella AG, 1987
2. Haupt-Sache Haar: Ein
Ratgeber für Männer und Frauen
von Reinhold Rühl
Falken TaschenBuch Verlag, 1995
3. Lexikon der Biologie
von Prof. Dr. sc. Herwart Ambrosius et al.
Weltbildverlag GmbH, Augsburg 1987
4. Lehrbuch der Hautkrankheiten
und venerischen Infektionen
für Studierende und Ärzte
von Th. Nasemann und W. Sauerbrey
Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York, 1981
5. Dermatologie und Venerologie
- Lehrbuch und Atlas
von Peter Fritsch
Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York
6. Dermatologie
Herausgeber: Ernst G. Jung
Hippokrates Verlag Stuttgart
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