Toupets für Herren

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Toupets bei Haarausfall

Inhaltsverzeichnis:

1. Was ist ein Toupet?

Der Begriff „Toupet“ ist dem altfranzösischen Wort für Haarbüschel, „toup“, entlehnt. So kam die Technik des Toupierens im 18. Jahrhundert als eine Modeerscheinung der Frisierkunst auf, die darin bestand einzelne Haarsträhnen gegen den Strich zu kämmen. Man konnte mit dieser vorübergehenden Umformungstechnik völlige neue Frisuren entwerfen und fixieren. Auch heute noch wendet man diese Technik an, wenn Bedarf an mehr Volumen und besseren Stand des Haares besteht. Ganz allgemein lässt sich mit der Methode des Toupierens eine besonders aufwändige Frisur länger haltbar machen.

Das Wort Toupet bezeichnet heutzutage eine Halbperücke, ein Haarteil oder Haarersatz für lokal begrenzte kahle Kopfpartien. Sie werden individuell von Hand maßgefertigt und finden zumeist zum Verbergen von Stirn- oder Halbglatzen Verwendung. Sie sind im Grunde unsichtbar, denn sie sollen für Außenstehende nicht erkennbar sein. Das ist einer der Gründe, warum Hollywoodstars bis ins hohe Alter keinen Haarausfall zu haben scheinen. Das moderne Toupet ist wie ein Maßanzug millimetergenau auf den Kopf seines Trägers angepasst. Toupets werden vor allem von Männern nachgefragt, nachdem diese auch am ehesten von erblich bedingten Haarausfall betroffen sind.

2. Die lange Geschichte menschlichen Zweithaares

Die Archäologie hat die Welt mit einem kulturgeschichtlich sehr spannenden Grabkammerfund nahe Hierakonpolis in Oberägypten überrascht. Unter all den Grabbeigaben eines vor annähernd 5.200 Jahren verstorbenen hohen Beamten im Pharaonenreich befand sich tatsächlich ein Toupet. Man darf also mit Recht davon ausgehen, dass die Menschen mindestens seit über fünf Jahrtausenden nicht mehr geneigt sind, den Verlust von Kopfhaar tatenlos hinzunehmen. Ist die Geschichte des Toupets als eine Geschichte der Eitelkeit? Keineswegs nur, aber eben auch! Schon Gaius Julius Cäsar soll mit dem Tragen seines Lorbeerkranzes bemüht gewesen sein vor allem die kahlen Stellen seines Kopfes zu verdecken. Der römische Staatsmann und Feldherr soll außerdem Träger von Toupets gewesen sein. Schon seit Jahrtausenden fühlt sich der Menschen durch den Haarverlust an das Schwinden der Lebenskraft, an das Altern und an seine eigene Vergänglichkeit erinnert. Die schwindende Haarpracht erscheint ihm als ein Makel, der kaschiert, dem entgegengewirkt werden muss. Schon in der Antike wussten sich die Menschen mit Toupet oder einer Perücke zu helfen.

Die Perücke war schon den alten Ägyptern bekannt, die ihre Frisuren aufwändig mit Kunst- oder Zweithaar gestalteten. Sie unterstrichen damit ihren hohen gesellschaftlichen Rang oder ihre Zugehörigkeit zum Hofe des Pharaos. Natürlich waren Menschen auch im Altertum mitunter von Haarausfall betroffen und der Griff zu einer Perücke daher keine Seltenheit. Jedem geläufig dürften die pagenkopfähnlichen Frisuren aus den Überlieferungen antiker Feste im ägyptischen Pharaonenreich sein bei denen es sich allesamt um Perücken handelte. Auch die Ehefrauen und Töchter griechischer und römischer Edelleute flochten bereits Haarteile in ihre prachtvollen Frisuren ein um ihren Status kundzutun. Dass sich diese Technik ebenso gut zum Verbergen des einen oder anderen Makels der eigenen Haare anwenden ließ, war dabei selbstverständlich kein Nachteil.

Danach erlebte die Perücke erst wieder zur Zeit des Frühbarocks eine echte Hochblüte. Da trug sie der gehobene Stand und der Adel am französischen Hof als Zeichen der Macht und der Identifikation untereinander. Als Trendsetter fungierte schließlich Frankreichs König Ludwig XIII., der seine schüttere Haarpracht nicht hinnehmen wollte und sich mit einer Perücke behalf. Unbeabsichtigt trat er damit eine echte Modewelle beim französischen Adel aus, die sein Sohn, der ebenfalls unter schütterem Haar leidende Sonnenkönig Ludwig XIV., zur Hochblüte brachte. Er soll an seinem Hof allein 48 Peruquiers beschäftigt haben. Unter seiner Anleitung entwickelten sie die sogenannte Allongeperücke, die als Symbol für Status und Macht entsprechend voluminös bis zu den Hüften reichen konnte. Aus Pferde- oder Ziegenhaar gefertigt und täglich mit Puder eingestäubt konnte diese künstliche Lockenpracht mehrere Kilogramm wiegen. Mit dem Tod des Sonnenkönigs verlor die Allongeperücke als einstige Staatsperücke der französischen Monarchie wieder an Bedeutung. Die Perücken wurden fortan wieder kürzer und verloren an Fülle und vor allem an Gewicht.

3. Worin besteht der Unterschied zwischen Toupet und Perücke?

Am deutlichsten zu unterscheiden sind die beiden Begriffe für Zweithaar, wenn man sich vor Augen führt, dass das Toupet immer nur Teile des Kopfes abdecken soll. Eine weitere gängige Bezeichnung des Toupets ist daher konsequenterweise auch der Fachbegriff „Halbperücke“. Beide dienen grundsätzlich dem Haarersatz, können aber auch aus modisch-kosmetischen Gründen Verwendung finden. Der augenfälligste Unterschied zwischen Perücken und Toupets besteht in deren Größe. Toupets werden handgefertigt nach der Größe der kahlen Fläche am Kopf seines zukünftigen Trägers, die es zu überdecken hat. Die meisten Toupets sind also vergleichsweise klein. Die Befestigungsart ist ein weiterer Unterschied zu jener der klassischen Perücke. Wer sie verwenden will, befestigt sie in der Regel mit Haarclips am eigenen Haar oder aber fixiert sie durch Klebesysteme am eigenen Kopf.

4. Wann greift man zum Toupet und nicht zur Perücke?

Heutzutage werden Perücken vor allem von Frauen gerne zur Gestaltung von Zweitfrisuren genutzt. Die Hairdesignerin Ellen Wille gilt hier als Vorreiterin, die schon den Perückenboom der 1970er-Jahre maßgeblich mitgestaltet hat. Ellen Wille gelang es mit ihren Entwürfen Haarersatz als modisches Gestaltungselement erfahrbar zu machen und aus der Nische von Krankheit, Alter und Schwäche zu rücken. Jeder Kostümfundus der Film- und Theaterbranche, der auf sich hält, führt heute eine kaum überblickbare Anzahl an unterschiedlichen Exemplaren zur perfekten Kostümierung der Schauspieler im Repertoire. Das bedeutet, dass anders als das Toupet, das in erster Linie fehlendes Eigenhaar durch Zweithaar ergänzen soll, die Perücke vorhandenes Eigenhaar einfach überdeckt. Toupets müssen in vorhandenes Haar integriert werden, damit sie nicht als Fremdkörper erkennbar sind. Wer zur Perücke greift, hat derartige Sorgen nicht. Perückenträger stellen sich eher die Frage, wo sie das vorhandene eigene Haar unauffällig und doch bequem verstauen können. Hierfür wurden eigene Perücken Caps entwickelt, die auch längere Haare beulenfrei in die Unterziehhaube packen können. Diese besteht aus ähnlichem Material wie eine Nylonstrumpfhose, ist elastisch und am besten in der eigenen Hautfarbe zu wählen.

Perücken sind aber auch bei vorübergehenden Haarausfall, beispielsweise als Folge einer Chemo- oder Strahlentherapie ein sehr wichtiges Thema. Die meisten Krankenkassen sichern Krebspatientinnen einen Anspruch auf Haarersatz zu, weil Perücken den Frauen im Kampf gegen Krebs mehr Selbstbewusstsein, Mut und Zuversicht verleihen. Ein besonders angenehmes Service, das viele Experten für Zweithaar gerade für Krebspatienten anbieten, ist die direkte Verrechnung mit den Kassen. Für Menschen, die sich nach einer Krebsdiagnose in einem echten Ausnahmezustand befinden und schnell überfordert sind, ist eine solche Dienstleistung eine große Erleichterung. Zweithaarspezialisten wie das Ellen Wille-Team engagieren sich entsprechend im Kampf gegen Brustkrebs und treten immer wieder bei Wohltätigkeitsveranstaltungen wie dem „Race for the Cure“ in Erscheinung.

In historischer Hinsicht ist die Vorgangsweise, das ungekürzte Haar mit einer Perücke einfach abzudecken, nur bedingt zutreffend. Sehr oft wurde das mehr oder weniger vorhandene Eigenhaar unter speziellen Perücken nämlich entsprechend kurz geschoren. Dies gilt umso mehr, wenn die Perücke einen gewissen Status reflektierte und entsprechend gerade in der Öffentlichkeit ständig zu tragen war.

5. Welche Befestigungsarten gibt es und wieviel Resthaarlänge sollte vorhanden sein um ein Toupet anzubringen?

Ein wirklich gutes Toupet wird von Außenstehenden nicht als solches erkannt. Es wird individuell an die Kopfform seines Trägers und an die Größe der abzudeckenden kahlen Stelle in Handarbeit angepasst. Die wichtigste Eigenschaft von Toupets ist daher die, dass sie natürlich und diskret wirken und im Grunde unsichtbar sind. Dies ist von besonderer Wichtigkeit, denn niemand wird gerne auf den Haarausfall oder gar den schlecht sitzenden Ersatz für die verlustig gegangenen Haare angesprochen. Sogar der Haaransatz darf auch im nassen Zustand keinerlei Hinweise darauf geben, dass es sich nicht um Eigenhaar handelt. Hier haben die technologische Entwicklung und die Erfahrung spezialisierter Maskenbildner bereits unschätzbare Dienste geleistet. So kann sowohl die Haarfülle als auch die Spannkraft des gewählten Haares an die des noch vorhandenen Haares angepasst werden. Konsequenterweise kann es daher keinen guten Haarersatzteil aus dem Groß- oder Versandhandel geben, da die individuelle Anpassung maßgeblich für ein natürliches Erscheinungsbild ist.

Wenn man sich für ein Toupet entscheidet, ist die Frage grundlegend, ob man diesen Haarersatz dauerhaft oder nur zeitweilig tragen möchte. Eine permanente Befestigung sorgt für einen sicheren Halt des Toupets von mindestens einer Woche bis zu eineinhalb Monaten. Hier kommen hochentwickelte, hautfreundliche Spezialkleber zum Einsatz, die auf die kahlrasierte Stelle des Kopfes aufgetragen wird. Nach einer kurzen Einwirkdauer platziert und befestigt der Zweithaarspezialist dann das Toupet fachkundig. Sie gewährleisten einen sehr zuverlässigen Sitz des Fremdhaares sogar bei relativ starken Belastungen. Die hochmodernen „Bonding Klebstoffe“ befestigen das Zweithaar dermaßen zuverlässig, dass es sich ohne speziellen Lösungsmittel nicht von der Kopfhaut lösen lässt. Dennoch lässt der Halt in dem Maße nach, als das eigene Haar unter dem aufgeklebten Haarersatz wieder zu sprießen beginnt, da sie die sichere Verbindung von Haut, Kleber und Zweithaar unterbrechen. Empfehlenswert ist es daher die Prozedur alle vier bis sechs Wochen wiederholen zu lassen.

So praktisch eine permanente Befestigung auch klingen mag, nachdem man sich im Grunde nur alle paar Wochen um seine Haare kümmern muss, wird der eine oder andere Toupetträger sich doch für eine semipermanente Lösung entscheiden müssen. Ausschlaggebend dafür mag eine sehr sensible, stark schwitzende oder allergiegefährdete Kopfhaut sein, die ein regelmäßiges Abnehmen des Haarteiles notwendig macht. In diesem Fall wird der Toupetträger sein Zweithaar regelmäßig selbst mit Klebestreifen befestigen und bei Bedarf entweder täglich oder bis zu zweimal wöchentlich wieder abnehmen.

Bei einer nicht dauerhaften Befestigung kommt der Größe des Aufwandes das Haarteil abzunehmen und wieder zu befestigen besonderes Augenmerk zu. Werden dafür Clips verwendet, so müssen die eigenen Haare eine entsprechende Länge aufweisen um daran entweder einzelne Haarsträhnen oder eben ganze Haarersatzteile heften zu können. Zwar ist die Befestigung mit Clips sehr einfach und kann beliebig oft wiederholt werden, doch ist diese Methode nicht sehr diskret und als Zweithaar leicht erkennbar.

6. Worauf ist bei der Kleberauswahl zur Befestigung der Haare zu achten?

Wenn auch im Grunde eine erhöhte Empfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe eines solchen Spezialklebers oder etwaige Allergien niemals ganz auszuschließen sind, so ist auch hier auf eine enorme technologische Entwicklung hinzuweisen. Die am häufigsten zum Einsatz kommenden Toupetklebstoffe beruhen auf Silikonbasis oder weiterentwickelte Kleber auf Grundlage von Cyanoacrylat. Gerade die Silikonkleber zeichnen sich durch besonders hohe Hautverträglichkeit aus, wofür die große Beliebtheit von Silikonimplantaten durchaus als Indiz zu werten ist. Bei der Auswahl des Klebers ist auf eine medizinische Zulassung des Produktes zu achten. Keinesfalls darf der Kleber einen Methylanteil enthalten, da dieser aufgrund seiner Toxizität den Kleber bei Langzeitanwendung auf der Kopfhaut unnötig riskant macht.

Der zuverlässigste und hautverträglichste Kleber nutzt für sich genommen wenig, wenn er nicht in fachkundiger Abstimmung mit dem zu befestigenden Unterbau seines Toupets ausgewählt wurde. So hat sich in der Praxis erwiesen, dass sich Skins oder Haarhautfolien am besten mit Silikonkleber verbinden. Zweithaar, das auf einer Netzgrundlage oder Lace-Basis montiert wurde, hält am besten in Verbindung mit einem Klebstoff aus methylfreien Cyanoacrylat. In komplizierteren Fällen kann auch eine Kombination verschiedener Unterbaue für die Herstellung eines optimalen Haarersatzes, wie Netz- und Folie, notwendig sein. Dementsprechend wäre dann auch die Verwendung unterschiedlicher Kleber empfehlenswert um das individuell beste Ergebnis zu erzielen.

Grundsätzlich möglich ist auch eine nicht-permanente Befestigungsmethode, die allerdings heutzutage dank unvergleichlich besser entwickelter Alternativen kaum mehr nachgefragt wird. Diese Art der Befestigung ist in hohem Maße unzuverlässig. Jeder Windstoß stellt eine echte Gefahr dar, kann das „Geheimnis“ lüften und den Toupetträger in eine unerträglich peinliche Situation bringen. Wenn überhaupt, dann werden solche Haarteile, die man sich ohne weitere Befestigung wie eine Haube auf den Kopf setzt, von älteren Generationen getragen.

7. Toupet aus Echthaar oder geht auch Kunsthaar? Wo lassen sich diese preislich einordnen?

Die hochmoderne technologische Entwicklung macht dem angehenden Toupetträger die Entscheidung keinesfalls leicht. Wäre man früher geneigt gewesen, ohne längeres Nachdenken dem Echthaar den Zuschlag zu erteilen, so der Preis denn wirklich keine Rolle spielt, so lassen sich die Vorteile von Kunsthaar längst nicht mehr in Abrede stellen. Die zum Einsatz kommenden High-Tech-Materialien lassen nämlich auch Kunsthaar hinsichtlich seines Glanzes und seiner Spannkraft sehr natürlich aussehen. Im Gegensatz zu Echthaar verliert das Kunsthaar auch nicht an Farbe über die Zeit. Ein Nachteil ist allerdings zweifellos, dass Kunsthaar splissanfälliger ist. Die Lebensdauer im Vergleich zu Echthaar ist gerade bei längerem Haar eingeschränkt. Zu bedenken ist außerdem, dass synthetische Haare hitzeempfindlicher sind und nicht dermaßen unkompliziert wie natürliche Haare „jeden Spaß“, wie zum Beispiel Saunagänge oder ein Umstylen, mitmachen.

Die Trendsetterin Ellen Wille hat sehr hochwertige Synthetikhaarteile entwickelt, die ultraleicht und bereits fertig gestylt zu kaufen sind. Die Haarteile sind vergleichsweise preiswert und sehr pflegeleicht zu handhaben. Der Hersteller bietet eine spezielle Serie an Pflegeprodukten für ihre synthetischen Zweithaarprodukte an, die deren Haltbarkeit und natürliche Wirkung verlängert.

Auch die Entscheidung für ein Echthaar-Toupet ist keineswegs banal, sind bei der Wahl doch eine Reihe von wesentlichen Eigenschaften zu berücksichtigen. So müssen sowohl die Farbe, die Dicke und die Struktur zum Haar des zukünftigen Trägers passen. Wessen eigenen Haare eher dünn, brünett und glatt sind, wird sich nicht für krauses, dunkelbraunes, sehr dichtes Echthaar entscheiden können. Offensichtlich wird diese Problematik durch die Tatsache, dass das meiste zur Verfügung stehende Echthaar aus asiatischen Ländern wie in erster Linie China oder Indien geliefert wird. Die zur Verarbeitung verfügbaren Haare sind also zumeist dunkel und in der Regel viel stärker als europäisches Haar. Asiatisches Haar muss daher in den meisten Fällen vorbehandelt werden um es mit dem europäischen Haar kompatibel zu machen. Bedauerlicherweise führen solche Behandlungstechniken zu einer geringeren Haltbarkeit, als diese ein Haarteil aus europäischem Haar gewähren würde. Das unbehandelte europäische Haar hält bis zu dreimal länger, ist wesentlich pflegefreundlicher aber auch unvergleichlich teurer. Die Nachfrage nach Echthaar aus Europa ist sehr groß, das Angebot allerdings überschaubar und daher sehr exklusiv.

8. Welche Typen oder Arten von Toupets gibt es?

Ist erst einmal die Entscheidung für das Haar gefallen, tut sich die Frage auf, wie es denn nun zum Echthaar-Toupet montiert werden soll. Auch hier gibt es verschiedene Auswahlmöglichkeiten mit welchen Materialien diese Montur gefertigt sein soll. Die Entscheidung wirkt sich einmal mehr auf die Haltbarkeit des Haarersatzes aus und hat nicht zu unterschätzende Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden des Trägers. Je nach Massivität der Montur zeitigt diese Effekte auf den möglichen Diskretionsgehalt des allgemeinen Erscheinungsbildes. Wer sich daran macht, ein Haarteil in seine Frisur zu integrieren, muss Natürlichkeit zur obersten Devise seines Handelns machen.

Eine Monturvariante ist eine maschinelle Verarbeitung des Haares auf Stoff. Diese Haarteile, auch Tressentoupets genannt, sind im Vergleich zu anderen Montagen recht widerstandsfähig. Leider lassen sie zugleich den Haarersatz ungewöhnlich dick erscheinen. Der Tragekomfort ist sehr eingeschränkt, der Toupetträger gerät sehr leicht ins Schwitzen. Zu bedenken ist außerdem, dass die Aussichten auf ein natürliches Erscheinungsbild recht überschaubar sind. Ein misstrauischer Blick wird sich wohl rasch in der Lage befinden, das Geheimnis um die wiedererstarkte Haarfülle zu lüften. Ein solcher Toupetunterbau ist daher für einen idealen, modernen Haaransatz nicht anzuraten.

Die zweite Monturvariante ist ein Unterbau mit einem zumeist handgeknüpften feinen Netz. Unter Anwendung dieser Technik entsteht ein sogenanntes Monofilament-Toupet, wesentlich dünner ist durch den hohen Anteil an Handarbeit allerdings auch wesentlich teurer ist. Hier lässt sich auch am Haaransatz ein recht natürliches Erscheinungsbild erzeugen. Der Tragekomfort ist durch die hervorragende Luftdurchlässigkeit zur vorgenannten Variante unvergleichlich besser. Die Netze, auf die die Haare montiert werden, sind mittlerweile dermaßen fein, dass sich der Träger schon bald seines Haarteiles nicht mehr bewusst ist.

Schließlich gibt es noch die Unterbauvariante mit einer Folie, die zumeist hautfarben oder farblos ist. In sie sticht der zweithaar-Expert die Fremdhaare zumeist ein um ein möglichst natürliches Fallen der Haare zu bewirken. Dies wäre durch die Methode des Verknüpfens nicht möglich. Sehr empfindliche oder leicht schwitzende Menschen können ihre „Skins“ auch mit zusätzlichen Luftlöchern versehen lassen um den Tragekomfort weiter zu erhöhen. Diese Haarhäute können mitunter dermaßen dünn sein, dass es auch aus nächster Nähe so aussieht, als würden die Haare direkt aus der Kopfhaut sprießen. Je dünner die Folie ist, desto geringer ist allerdings auch ihre Haltbarkeit. Die nicht verknüpften Haare gehen leichter aus und sehr dünne Folien reißen auch schneller. Ehe man die Entscheidung für eine Folie trifft, sollte man unbedingt die Reflexionsanfälligkeit bei Sonnenlicht testen.

9. Welche Möglichkeiten der Haarverdichtung mit Zweithaar gibt es?

Bei den Haarverdichtungsmethoden muss eine gewisse Länge an Eigenhaar vorhanden sein, ehe der Zweithaarexperte darangeht, Haarsträhnen oder so genannte Extensions daran zu kleben. Auch Toupets können auf diese Weise an Eigenhaar geklebt werden. Zuletzt genannte Methode ist allerdings nur für das kurzfristige Tragen eines Haarersatzes von maximal einem Tag geeignet. Nachdem die Haare rasch verkleben muss außerdem schon der allererste Klebeversuch zielführend sein. Außerdem ist beim Ankleben eines Haarteils an das Eigenhaar das Maß an Diskretion doch sehr gering. Das Gesamtbild erscheint unnatürlich und der Träger läuft Gefahr unfreiwillig Blicke auf sich zu ziehen.

Nicht unerwähnt bleiben soll die Technik der Haarintegration, die sich als Methode der Haarverdichtung bei schütterem Haar anbietet. Diese Methode kann allerdings nur Anwendung finden, wenn noch Eigenhaar vorhanden ist. Als Befestigungsvariante kommt hier die Technik des Weaving in Frage. Hairweaving bedeutet, dass der Experte den Haarersatz am noch vorhandenen Eigenhaar in Form von sehr feinen Zöpfen, so genannten Cornrows, einwebt. Auf diese Zöpfe befestigt er schließlich Echthaartressen, also Haare die auf ein Band genäht wurden. Nachdem das noch vorhandene Eigenhaar weiterwächst, lockert sich das Weaving mit der Zeit. Der Zweithaarexperte wird es daher in einem Rhythmus von ungefähr sechs bis acht Wochen immer wieder hochsetzen müssen. Experten raten allerdings von einer längeren Gesamttragezeit als höchstens einem halben Jahr ab. Das Fremdhaar übt auf das noch vorhandene Eigenhaar permanenten Zug aus, der seinerseits zum Ausfall des Resthaares führen kann. Nicht zuletzt aus diesem Grund gilt diese Methode, die sich vor allem in den 1980er und 1990er-Jahren größter Beliebtheit erfreute, heute als überholt.

Auch beim Bonding kommt es zur Einarbeitung einzelner Haarsträhnen, die der Zweithaarexperte mit einem thermoplastischen Kunststoff- oder Keratinplättchen an das Eigenhaar anschweißt. Die Haare sind dazu in Bündeln zu mehreren hundert Stück an einer Verbindungsstelle zusammengefasst, die Bonding heißt. Eine Wärmezange erwärmt nun dieses Keratinplättchen und macht es zu einem zähflüssigen, schnell wieder aushärtenden Klebstoff, mit dem der Zweithaarexperte die Strähnen an das noch vorhandene Haar anmodeliert. Alternativ kann statt der Wärmezange auch ein Ultraschallgerät Anwendung finden. Diese Methode weist eine Haltbarkeit von vier bis höchstens sechs Monaten auf, wobei es allerdings monatlicher Besuche beim Experten bedarf. Dieser entfernt die abgestorbenen Haare fachmännisch, die, da an das Bonding geschweißt, nicht auf natürlichem Weg ausfallen können. Dieses Service verhindert die Verfilzung des Haaransatzes und unterbindet den darauf sich prompt einstellenden Juckreiz.

10. Toupets für andere unbehaarte Körperstellen

Haarersatz findet sich heutzutage auch für andere Körper- und Gesichtspartien, die infolge einer Stoffwechselerkrankung oder im Zuge einer Chemotherapie von Haarausfall betroffen sind. Besonders Frauen leiden sehr unter ihrem veränderten Erscheinungsbild, das fehlende Augenbrauen und Wimpern hervorrufen. Ähnlich wie bei Toupets und Haarteilen fertigt der fachkundige Experte einen natürlich wirkenden, individuell auf Gesichtsform und Typ zugeschnittenen Haarersatz aus Echt- oder Kunsthaar. Augenbrauen, die er maßangefertigt nachbilden muss, bringt er von Hand auf eine hauchdünne Skin-Folie auf. die dann auf die enthaarte, gründlich gereinigte Augenbrauenlinie aufgetragen und mit einem entsprechenden Kleber fixiert wird. Künstliche Augenbrauen sind mehrfach tragbar und halten je nach Klebstoff bis zu acht Tage. Im Handel sind allerdings auch vorgefertigte künstliche Augenbrauen als Männer- und Frauenmodelle in klassischen Farben von Schwarz über verschiedene Braun- und Blondtöne erhältlich.

Ebenso gibt es auch handgeknüpfte, mehrfach verwendbare Wimpern, die mit einem hautverträglichen Klebstoff fixiert werden. Sie können als Haarverdichtungsmethode für ausgedünnte oder als Ersatz für ausgefallene Wimpern Verwendung finden. Auf Wunsch kann der Wimpernersatz natürlich auch ins tägliche Make-up einbezogen und getuscht werden.

Grundsätzlich kann mit der Skin- oder Folien-Methode an jede Körperstelle ein Haarersatz angebracht werden. Vorstellbar ist dabei beispielsweise das Montieren eines Oberlippenbartes zur semi-permanenten Abdeckung einer haarlos gebliebenen Narbe nach der operativen Behebung einer Gaumenspalte. Ein Brusttoupet wird hingegen heutzutage allerhöchstens am ehesten bei Film und Fernsehproduktionen Abnehmer finden. Der Trend zu übermäßiger Körperbehaarung ist seit den 1970er-Jahren in den USA und Europa eindeutig rückläufig.

11. Berühmte Toupetträger und falsche Vermutungen

Einer der gegenwärtig berühmtesten Toupetträger ist der US-Schauspieler Charlie Sheen, bekannt als Charlie Harper in der Serien-Sitcom „Two and a Half Men“. Auch der Mime des Super-Agenten James Bond alias 007, Sean Connery, oder William Shatner, der Captain Kirk des Raumschiffes Enterprise verkörperte, trugen ein Toupet. Sie befinden sich in bester Gesellschaft der Leinwand-Legenden Charlton Heston, John Wayne, Burt Reynolds, Humphrey Bogart, Fred Astaire und Frank Sinatra. Die oft in den Medien geäußerte Vermutung, der gegenwärtige US-Präsident Donald Trump sei Toupetträger, ist hingegen unrichtig. Er wendet lediglich ein etwas eigenwilliges Hairstyling an, indem er seine Haare nach vorne kämmt um seine Stirnglatze zu bedecken.