Haarausfall - Ursachen und Hintergründe

Wenn Sie nach dem Haarewaschen einige Haare in der Dusche entdecken, müssen Sie sich nicht gleich sorgen. Einzelne Haare im Waschbecken, auf dem Kopfkissen oder der Bürste sind völlig normal. Hier gibt die Medizin einen Richtwert von bis zu 100 Haaren am Tag an. Unsere Haare fallen regelmäßig aus und werden in einem Prozess der kontinuierlichen Restauration durch neue ersetzt. Verlieren Sie aber, über einen längeren Zeitraum - wir sprechen hier von einigen Wochen - mehr Haare als gewöhnlich oder es entstehen einzelne haarlose Stellen, dann kann eventuell ein Problem vorliegen. Die Medizin spricht dann von Haarausfall (medizinisch: Effluvium) oder möglichen Symptomen einer Alopezie. Ob tatsächlich Haarausfall vorliegt, bestimmt in der Regel ein Hautarzt.

Die Formen und Ursachen von Haarausfall sind sehr unterschiedlich. Erschwerend kommt hinzu, dass zwischen einem auslösenden Ereignis und dem eigentlichen Haarausfall oft mehrere Wochen liegen können, was die den Befund häufig erschwert. Im Folgenden haben wir für Sie Informationen zu den drei häufigsten Diagnosen sowie rund ums Thema Haarausfall zusammengestellt. Erfahren Sie hier auch, wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten.

Die unterschiedlichen Arten von Haarausfall

Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall. Wie schon erwähnt ist es in einem normalen Rahmen, wenn sie täglich zwischen 70 und 100 Haare verlieren. Werden es mehr und das über einen längeren Zeitraum, gilt es, die Ursachen abzuklären. So kann eine genaue Diagnose erfolgen und eine entsprechende Therapie gewählt werden.

Es gibt jedoch auch eine Form des Haarausfalls, der durch ein übermäßiges Hairstyling hervorgerufen wird. Wenn Sie Ihr Haar häufig zu heiß föhnen oder beim Styling mit Kamm und Bürste zu stark an den Haarwurzeln ziehen, kann dies die Kopfhaut reizen und Haarwurzeln schädigen. Zu heißes Wasser beim Haarewaschen oder Mittel, die zur Coloration der Haare eingesetzt werden, können ebenfalls die Kopfhaut und Haarwurzeln beschädigen und so Haarausfall begünstigen. Meist erholen sich die Haarwurzeln wieder und nach ein paar Wochen ist das verlorene Haar wieder nachgewachsen.

Androgenetische Alopezie (Erblich bedingter Haarausfall)

Diese Form der Alopezie tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen am häufigsten auf. Die Ursache liegt in der genetischen Veranlagung jedes Einzelnen, wie die Forschung mittlerweile zweifelsfrei weiß. Obwohl diese Form des Haarverlustes anlagebedingt ist, muss sie nicht zwangsläufig an die Nachkommen weitervererbt werden. Rauchen kann den Haarverlust beschleunigen. Die Strukturen (Haarfollikel), die die Haarwurzel umgeben und dadurch das Haar in der Kopfhaut verankern, reagieren überempfindlich auf das männliche Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Dieses wird bei Männern und Frauen durch ein Enzym aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron gebildet. Durch die überempfindliche Reaktion auf DHT fallen Haare zunächst schneller aus. Die nachwachsenden Haare werden zunächst dünner, bis zuletzt nur dünnes Flaumhaar bleibt. Zuletzt verkümmern dann die Haarfollikel und teilweise kann auch die Haarwurzel zugrunde gehen. Bei Männern macht sich der Verlust in Form von „Geheimratsecken“ oder dünnerem Haar am Tonsurbereich bemerkbar.

Im Laufe der Zeit kann sich der Haarverlust zu einer Glatze an Stirn und Hinterkopf ausweiten, bis nur noch ein Haarkranz übrigbleibt. Obwohl der durch Androgene (Oberbegriff für männliche Geschlechtshormone) verursachte Haarverlust verstärkt im Erwachsenenalter sichtbar wird, treten die ersten Anzeichen häufig schon bei Jugendlichen auf. Entgegen weitverbreitetem Irrglauben ist es übrigens normalerweise nicht der Fall, dass Männer mit Glatze überproportional viel Testosteron produzieren.

Bei Frauen wirkt sich die androgenetische Alopezie, kurz AGA, ein wenig anders aus. Hier werden die Haare meist lediglich dünner und weniger - vor allem im Bereich des Mittelscheitels. Eine Glatze entwickeln Frauen üblicherweise nicht. Bei den betroffenen Frauen tritt androgenetische Alopezie hormonbedingt vor allem in den Wechseljahren auf. Deutlich häufiger als bei Männern wird diese Alopezie bei den weiblichen Betroffenen von Kopfhautschmerzen (Trichodynie) begleitet.

Alopecia Areata (Kreisrunder Haarausfall)

Kreisrunder Haarausfall setzt in der Regel plötzlich ein und zeigt typische Symptome. An einer oder mehreren Stellen des Kopfes bilden sich innerhalb kurzer Zeit kreisrunde bis ovale, nicht entzündete Stellen ohne Haare, die bis hin zur völligen Kahlheit führen können. Die genauen Ursachen für diese Form der Alopezie sind bisher nicht vollkommen erforscht. Mediziner gehen bislang davon aus, dass diese Form des Haarausfalls vermutlich von einer Fehlreaktion des körpereigenen Immunsystems ausgelöst wird. Wahrscheinlich ist, dass die Reaktion dazu führt, dass sich die Abwehrzellen aufgrund der Fehlleitung gegen die Haare richten, statt Viren und Bakterien zu bekämpfen. Die hervorgerufenen Entzündungen am körpereigenen Haar haben zur Folge, dass dieses zunächst nicht mehr richtig wächst und dann sogar ausfällt.

Alopecia areata ist die häufigste Haarausfallerkrankung. Sie tritt schubweise auf und kann bei Personen jeden Alters vorkommen, meistens jedoch machen sich die Symptome jedoch bereits bei Personen im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt bemerkbar. Die Ursache für diese Form des Haarausfalls ist nicht gänzlich klar. Es kann auch nicht völlig ausgeschlossen werden, dass anstatt einer Autoimmunreaktion womöglich doch Stress oder Vererbung verantwortlich sind oder diese Ursachen den Ausfall zumindest begünstigen können.

Kreisrunder Haarausfall beginnt beim allergrößten Teil der Betroffenen im Kopfbereich, bei Männern zum Teil auch im Bartbereich. Er kann in Ausnahmefällen aber ebenso die Augenbrauen, Wimpern, die Achsel- und Schambehaarung betreffen. Therapieformen sollten, wie bei allen Haarausfallerkrankungen, vertrauensvoll mit einem Arzt abgestimmt werden. Zum Teil regeneriert sich das Haar nach einigen Monaten von selbst wieder, sodass überhaupt keine Therapie nötig ist.

Es gibt allerdings auch eine Sonderform des kreisrunden Haarausfalls. Die Alopecia areata atrophicans tritt besonders bei Frauen zwischen 30 und 60 Jahren auf. Diese Sonderform, auch unter dem Namen Pseudopelade Brocq bekannt, beginnt schleichend mit kleinen haarlosen Flecken und geröteter Haut. Anders als bei manchen klassischen Formen des kreisrunden Haarausfalls ist hier der Verlust des Haares fortschreitend und irreversibel. Bereits Hippokrates erwähnte diese Form der Alopezie erstmals.

Diffuse Alopezie (Symptomatischer Haarausfall)

Auch die diffuse Alopezie ist eine eher selten auftretende Form des Haarausfalls. Sie wird auch mit der Fachbezeichnung „telogenes Effluvium“ beschrieben. Im Gegensatz zum kreisrunden Haarausfall beschränkt sich der symptomatische Haarausfall nicht auf bestimmte Stellen des Kopfes, vielmehr fallen die Haare am ganzen Kopf aus. Die Ursachen sind sehr vielfältig und reichen von Krankheiten, wie eine gestörte Funktion der Schilddrüse, eine falsche Ernährung, Stress oder psychischen Belastungen bis hin zu hormonellen Umstellungen und den Nebenwirkungen mancher Medikamente. Unter anderem die Behandlung im Rahmen einer Chemotherapie kann zur diffusen Alopezie führen. Auch der Wirkstoff Methylphenidat, der in der Behandlung von ADHS oder Narkolepsie eingesetzt wird, kann für Haarausfall verantwortlich sein.

Muss sich ein Patient im Rahmen einer Krebserkrankung einer Strahlentherapie unterziehen, kann dies ebenfalls der Grund für einen Haarverlust sein. Insbesondere, wenn die Kopfhaut im Strahlungsbereich lag. Im Bereich der ernährungsbedingten Ursachen kann unter anderem Eisenmangel den Haarverlust auslösen.

Auch andere Nährstoffmängel, wie sie zum Beispiel durch extreme Diäten, Hungerkuren oder krankhafte Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie verursacht werden, können der Grund für diese Form der Alopezie sein. Darüber hinaus können Anämie (Mangel an roten Blutkörperchen) und manche Geschlechts- oder Pilzerkrankungen Ursache für Haarausfall sein. So vielfältig wie die Ursachen sind, so unterschiedlich kann auch der Verlauf dieser Form der Alopezie sein. Generell kann man jedoch sagen, dass, sobald die zugrundeliegenden Ursachen gefunden und beseitigt wurden, die Haare in der Regel innerhalb von sechs Monaten wieder nachwachsen. Dass das Haar trotz erfolgreicher Diagnose und Behandlung meist erst mit einer Verzögerung von zwei bis drei Monaten nachwächst, hängt meist damit zusammen, dass sich ein Teil des Haares zum Zeitpunkt der Therapie bereits in der Ausfallphase, der sogenannten Telogenphase, befand.

Statistisch betrachtet tritt der diffuse Haarausfall bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Bei weiblichen Betroffenen übernehmen normalerweise die Krankenkassen die Kosten, falls diese den Haarverlust mit einer Perücke kaschieren möchten und der behandelnde Arzt diese verordnet. Bei Männern werden derzeit die Kosten für eine Perücke leider in der Regel recht selten übernommen.

Wann sollten Sie bei Haarausfall einen Arzt aufsuchen?

Bleibt Haarausfall in einem normalen Rahmen, besteht kein Grund, sich medizinische Hilfe zu suchen. Auch wenn im Alter Haar lichter wird oder sich kahle Stellen bilden. Das ist insbesondere bei Männern der Fall. Bei altersbedingtem Haarausfall, der sich übrigens auch schon in jungen Jahren zeigen kann, gibt es keine wirksame Behandlungsmöglichkeit.

Anders verhält es sich, wenn Ihre Haare plötzlich büschelweise ausfallen und Sie einen unangenehmen Juckreiz auf der Kopfhaut feststellen. Oder Sie entdecken deutlich abgegrenzte kahle Stellen am Kopf, im Bart oder den Augenbrauen.

Medikamente können ebenfalls Haarverlust verursachen. Dazu gehören Antidepressiva, Medikamente gegen Rheuma, Krebs oder Herzleiden, aber auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille.

In jedem Fall ist die Ursache mit einem Arzt abzuklären. In den meisten Fällen hilft Ihnen ein Hautarzt (Dermatologe) hier weiter. Fragen Sie Ihren Hausarzt nach weiteren Fachärzten oder Möglichkeiten, Haarausfall untersuchen und gegebenenfalls therapieren zu können.

Was hilft bei Haarausfall und wie kann ich vorbeugen?

Um Haarausfall wirksam behandeln zu können, muss die Ursache genau diagnostiziert werden. Es kommt oft vor, dass Haarausfall nur temporär ist und nach einiger Zeit von allein wieder nachwächst. Liegt eine medizinische Ursache vor, kann der behandelnde Hautarzt entsprechende Medikamente verschreiben, die den Haarwuchs anregen. Das sollte auch unbedingt mit dem Arzt abgeklärt werden, um mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneien auszuschließen.

Generell empfehlen wir Ihnen nicht auf Selbstmedikation zurückzugreifen, sondern sich bei Haarausfall von einem Spezialisten beraten zu lassen. Mit speziellen Haarwassern oder Salben kann die Kopfhaut stimuliert und so das Haarwachstum wieder aktiviert werden. Allerdings geben wir zu bedenken, dass die Wirkung vieler freiverkäuflicher Produkte nicht medizinisch einwandfrei belegt werden kann.

Nun stellen Sie sich wahrscheinlich die Frage, wie Sie Haarausfall vorbeugen und das Haarwachstum konstant aktiv halten können. Sofern der Haarausfall seine Ursache in einer Mangelerscheinung hat, können Sie mit Ernährung gegensteuern. Integrieren Sie eisenhaltige Lebensmittel wie Fleisch, Nüsse, Hülsenfrüchte oder Haferflocken in Ihren Speiseplan. Greifen Sie auch zu Rosenkohl, Grünkohl oder Spinat, um die Haarwurzeln mit allen nötigen Vitaminen und Mineralien zu versorgen.

Ein ganz einfaches Mittel, um Haarausfall vorzubeugen, ist ein abwechslungsreiches Hairstyling. Binden Sie Ihren Zopf oder Dutt nicht zu straff. Ein fester Zug belastet die Haarwurzeln und kann den Ausfall begünstigen.

Eine Perücke bei Haarausfall

Haarausfall kann für Betroffene sehr belastend sein. Eine Perücke schenkt hier neue Lebensqualität und Selbstbewusstsein. Qualitativ hochwertige Perücken, die sich von echtem Haar kaum unterschieden, sind in vielen Farben und Schnitten erhältlich. In unserem Onlineshop finden Sie von klassischen Langhaarfrisuren hin zu modischen Kurzhaarschnitten oder frechen Bobs eine große Auswahl. Auch für Herren bieten wir in unserem Perückensortiment eine exquisite Auswahl an modernen Hairstyles für Männer.

Haben Sie nur einen Bereich auf dem Kopf mit einer kahlen Stelle, kann auch ein Haarteil die Lösung für Sie sein. Auch hier finden Sie in unserem Onlineshop eine vielseitige Auswahl - vom Oberkopfhaarteil über Toupets für Männer hin zu Zöpfen.

Falls Sie sich fragen, wie Sie eine Perücke finanzieren können, haben wir gute Nachrichten. Liegt ein medizinischer Grund für Ihren Haarausfall vor, beispielsweise um die Folgen einer Chemotherapie oder Strahlenbehandlung zu kaschieren, können sich Betroffene ein Rezept ausstellen lassen. Dieses können Sie beim Kauf einer Perücke auf peruecke.de einlösen. Wie das im Detail abläuft und weitere Informationen haben wir Ihnen in unserem Artikel “Perücke auf Rezept kaufen” zusammengestellt. Und wenn Sie weitere Fragen rund um den Perückenkauf haben, steht Ihnen unser Expertenteam gerne zur Verfügung. Hier finden Sie alle Kontaktmöglichkeiten.

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